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 Soweit die Huskyfüße tragen

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River
Welpe
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Anzahl der Beiträge : 9
Anmeldedatum : 03.04.11
Alter : 61
Ort : NRW

BeitragThema: Soweit die Huskyfüße tragen   Fr Apr 29 2011, 19:24

Hier eine kurze Erlebnissgeschichte als ich zum ersten mal Hundeschlitten gefahren bin…

Whitehorse, zehn Uhr morgens im High Country Inn: ich treffe in der Lobby des Hotels den Guide und die restlichen Teilnehmer, der geplanten Hundeschlitten Tour. Was für ein Glück, es haben sich nur noch zwei andere Teilnehmer für diese Tour entschieden. Dies sollte - sofern die Chemie stimmt-, ein gutes Team abgibt. Große Gruppen sind nicht immer vorteilhaft für solch eine Tour. Wir, Adam, Deb -aus Australien- und ich stellten uns kurz vor und schon konnte es losgehen.
Der Guide "Mike", machte einen sympathischen Eindruck und packte uns in einen 4WD Van. Nach allgemeiner Zustimmung besuchen wir noch zügig einen Liquor Store. Bei der gemeinsamen Auswahl der "Feuerwasser" konnten wir uns bereits schon mal etwas näher kommen. Wir verließen Whitehorse - es liegen zirka 10 Zentimeter Neuschnee -, wenig später auf dem Alaska Highway in Richtung Haines Junction.
Jetzt waren wir auf engstem Raum zusammen -in der Blechbüchse- und die Gespräche fingen recht schnell an. Langsam vervollständigten sich die Vita der einzelnen Personen, beziehungsweise deren Ambitionen überhaupt zu Mushen. Nach zirka 60 Kilometern bogen wir links in den Busch ab. Das Gebiet in dem wir uns die nächsten 14 Tage aufhalten werden, sind die Ausläufer der Dezadesh Range und dem Kusawa Natural Enviroment Park. Dieses Gebiet liegt im Dreieck von Haines, Whitehores und Haines Junction.
Über eine Gravel Road erreichen wir die Lodge in den Bergen direkt an einem See. Hier oben liegt eine Menge Schnee - unser
weißer Asphalt. Der Van fährt plötzlich in einen kleinen Weg hinein, der von Espen gesäumt ist. Vor einem prächtigen Blockhaus hält Mike an und präsentiert uns unser Domizil auf Zeit.
Eine Wahnsinns Wärme kommt uns im Vorraum entgegen. Ein riesiges Teil von Ofen steht fast mitten im Raum, welcher Küche, Speiseraum und Garderobenbereich vereint. Es geht gleich die Treppe hoch, wo sich unsere Schlafzimmer und der Living Room befinden. Mike teilt uns im oberen Stock die gemütlichen Zimmer zu, bevor wir gemeinsam die Lodge und das dazugehörige Gelände erkunden. Hier gibt es kein fließend Wasser und keinen Strom. Die Kocherei, so stellte Mike bereits zu Beginn fest, erledigt Er. „Bei den restlichen Arbeiten könnt Ihr gerne mit anpacken!“ Bei unserem Rundgang entdecken wir das Outhouse, welches innen sehr liebevoll eingerichtet und verziert ist. Weiter unten kommen wir dann zu den „Sportgeräten“, den Huskys. Hundertfünfzig Huskys, darunter auch viele Hunde die bereits den Yukon Quest bestritten haben. Die Hunde freuen sich über unseren Besuch mit lautem Gebell. Nach dem Mittagessen bekommen wir unsere Artic-Clothes, die uns vor Kälte schützen soll und auch wird. Jacke, Hose, Handschuhe und die riesigen Boots bringen schon etwas Gewicht auf die Waage. Wir sind gespannt wie es mit der Bewegungsfreiheit im richtigen Einsatz damit aussieht. Danach gehen wir wieder runter zu dem Dog-Yard und lernen die Schlitten in Aufbau und Funktion kennen. Jetzt wird es langsam ernst. Mike steht mit uns in der Cabin, in der das Futter für die Hunde zubereitet und einiges an Equipment gelagert wird. Auf einer großen Tafel kontrolliert er Hundenamen und notiert diese auf unterschiedlichen Kärtchen. „Das sind eure Dogs - aufgeteilt in Leaders, swing und wheel Dogs“, sagte Mike und gab uns die Kärtchen mit Namen und zeigte wo wir die Hunde auf dem großen Dog-Yard finden werden. Nun zogen wir, jeder für sich los und suchten die
auserwählten Huskys. Als hätte man einen Schalter betätigt, drehten sich jetzt fast hundertfünfzig Karussells, denn die Hunde liefen an ihrer Kette nun aufgeregt im Kreis. Das ganze Spiel empfand ich so, als würde jeder Hund mir zu rufen wollen, “… he, nimm mich, … mich musst Du nehmen!“ Nach dem lösen der Ketten, waren einige Hunde so erleichtert, dass sie recht ruhig wurden und andere hielten ihre innere Aufregung bei, bis an den Schlitten.
Es war ein schwerer Job, die aufgeregten Hunde an den besprochenen Platz zu bringen, an dem sich die „Drop Line“ befand. Hier wurden die Hunde in der Reihenfolge wie sie später vor dem Sled angeleint werden festgemacht. Ein Hund nach dem anderen. Und die waren auf dem Platz in allen Richtungen verstreut, sodass nicht nur ich bereits zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Anstrengung, Nass geschwitzt war. Jeder Hund bekam dann den Gurt -den sogenannten Harness- angelegt. Die Harness-Auswahl konnte nicht zufällig gewählt werden, da aufgrund des jeweiligen Körperbau der Hunde, die Gurte abgestimmt waren. Jetzt wo alle Hunde an der Drop Line stehen, wird die sogenannte „Gangline“ in Position gebracht - zwecks anbinden der Hunde vor den Sled. Hierbei wurden die Leaders als erste und die Wheelers als letzte angeleint. Mit Handzeichen wurde dann untereinander das Signal gegeben, dass jedes der vier Teams, ready to Go ist. Die Hunde sind die Warterei leid und zeigen uns ihre Ungeduld mit bellen und in die Gurte springen. Ich stehe weiterhin zwar auf der Bremse, halte mich an dem „handle bar“ fest, habe aber trotzdem Mühe mein Gespan zu halten. Ich warte auf das Handzeichen von Mike. Dann geht alles schnell. Ich befördere den „Snow Hook“ zügig in den Schlitten und steige in dem Moment von der Bremse auf die Kufen, in dem ich den Quick Release löse. „Ready…. Lets Go!“ Wir starten wahrhaftig zu unserer ersten Fahrt! Ich hätte nicht gedacht, dass man mit den klobigen Boots so gut auf den Schlittenkufen stehen kann. Es ging jetzt erst einmal um einen ersten Eindruck zu gewinnen, raus auf den See und später durch den mit Büschen bewachsenen Uferbereich. Mensch hat das Spaß gemacht. Schnell wurde von uns die zuvor auf dem „trockenen„ erklärte Fahrtechnik, automatisch in der Realität umgesetzt. Es ist notwendig auf dem Schlitten aktiv je nach Situation mitzuarbeiten. Alles ist für uns Neu, Geräusche vom Schlitten, der Hunde, ja alles Neue Eindrücke, die es fast nicht zulassen, sich auch etwas auf die Landschaft zu konzentrieren und diese zu genießen. Nach zirka zwanzig Minuten ist der erste Ride erfolgreich überstanden. Einfach klasse! Nach der Fahrt bekommen die Huskys noch eine Belohnung - Fischsuppe. Aber zuerst kommen die Hunde wieder an eine Drop-Line und werden von dem Gurt befreit. Die können es fast nicht erwarten, bis der Fressnapf mit zwei Kellen gefüllt ist.

River
-Move on to the North-
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Husky-Sonja
Macho
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BeitragThema: Re: Soweit die Huskyfüße tragen   Fr Apr 29 2011, 23:19

Ein schöner Bericht bitte mehr davon bekomme so gerne fernweh Very Happy Lg
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Gast
Gast



BeitragThema: Re: Soweit die Huskyfüße tragen   Sa Apr 30 2011, 00:19

Herrlich*SCHWÄRM*....Mehr davon...
Sonja,laß uns durchbrennen.....
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Casi
Admin
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Anzahl der Beiträge : 5371
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Ort : Bochum

BeitragThema: Re: Soweit die Huskyfüße tragen   Sa Apr 30 2011, 01:42

Echt schön geschrieben... Up Kanns direkt mitfühlen Wink

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